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Panzerknackerreisli 2008

 

Jä! Mir chönne!

Die Vorzeichen einer weltweiten Rezession wären für die Welt eigentlich genug an Ungemach gewesen. Trotzdem waren die handverlesenen Organisatoren Muchi, Paul C. und Jöre dreist genug, die anderen Klickenmitglieder zur Teilnahme an der Panzerknackerreise 2008 zu nötigen. So versammelten sich die vom Leben arg Gebeutelten am Freitag den 13. nein den 31. (bitte den freudschen Verschreiber zu entschuldigen) November um 17 Uhr in Rudis Lager. Einzig Peti war nicht dabei, ihm gelang es sich bei einem Ybriger Urwalddoktor einen ärztlichen Attest zu beschaffen. Glücklicherweise, denn der gemietete Reisebus war bis auf den letzten Platz besetzt. Wir fuhren los und just als der vollbesetzte Car seine Betriebstemperatur erreichte, sollten wir auch schon wieder aussteigen. Wir waren bis zum Fussballplatz Beichlen gekommen, wo wir im Klubhaus zum Spaghettiessen empfangen wurden - einem Billigstessen! Die drohende weltweite Rezession hatte uns also voll erwischt! Mit drei verschiedenen Saucen wurde uns noch etwas Hochkonjunktur vorgegaukelt, aber der Kaffee aus dem Pappbecher liess unser Hoffen auf eine bessere Zukunft wieder schwinden.

Bald wurden wir wieder in den Bus geladen und mit ungewissem Ziel durch die kalte Nacht gekarrt. Die Fahrt führte uns in eine eigentümliche Gegend. Eine bewohnte Landschaft, die mit einer ausserirdischen Spezies bevölkert ist. Die Wesen schienen mit der menschlichen Rasse verwandt zu sein, verständigten sich jedoch untereinander mit seltsamen akustischen Tongebilden.

Uns dämmerte es! Wir Zürcher befanden uns in Basel!!! Die Talsohle unseres Zerfalls war erreicht! Erschüttert bezogen wir Quartier in einer Jugendherberge die unmittelbar vor einer einjährigen Umbauphase stand. Es ging auch gleich los mit den Problemen: Begis Zimmerschlüssel klemmte so stark, dass er kaum mehr aus dem Schnapp-Schloss zu ziehen war - die Türe war nicht aufzukriegen. Die ganze Sache stellte sich später als Bedienungsfehler heraus, da Begi den eigenen Wohnungsschlüssel an Stelle des Zimmerschlüssels verwendete. Wer hat eigentlich im Bus das ganze Bier getrunken? Der erste Abend in Basel verlief ruhig, die Bierrechnung im Braunen Mutz betrug bloss 400 Fr. Das Samstagmorgenfrühstück musste von einigen Teilnehmern in Unterhosen eingenommen werden, da sie sich wegen der bereits erwähnten Schnappschlösser aus den Zimmern ausgesperrt hatten. Die anwesenden Touristen zeigten sich belustigt über das vermeintliche Basler Brauchtum.

Nachdem der Hausmeister wieder allen den Zugang zu ihren Zimmern verschafft hatte, fuhren wir los. Das Ziel erreichten wir nach einer halben Stunde Fahrzeit: Die Paintballhalle in Grellingen. Die Paintballballerei machte fast allen Spass und endete mit vereinzelten blauen Flecken. Was uns zur Erkenntnis verhalf, dass Schussabgaben aus 30cm Distanz zu vermeiden sind! (Aua!)

Zurück in der Jugendherberge erwartete uns Hugo, unser Kontaktmann zum aussergalaktischen Planeten namens Basel. Er führte uns durch die Innenstadt und wir konnten uns langsam an seine sonderbare Sprache gewöhnen. Bald schon verstanden wir einige Wörter und die Kontaktaufnahme mit dem einheimischen Ausserirdischen klappte immer besser. Und so kam es, dass das Unmögliche möglich wurde. Uns Zürchern begann es in Basel zu gefallen !!!

Hugo stellte uns seinen Freunden vor, wir nahmen in einer charmanten Altstadtwohnung einen Apero ein, assen Raclette im Cliquenkeller der Logenclique und bestaunten anschliessend den mit Laternen geschmückten Keller der Sans Gene Clique. Die Sujets der Laternen sind Zeugen Jahrzehnte alter Basler Fasnachtstradition. Wir waren von alledem schwer beeindruckt und haben uns mit dem Basler Gedankengut anfreunden können. Können Basler und wir Zürcher miteinander auskommen? Jä! Mir chönne! Ermutigt von diesem Highlight der Völkerverständigung, fassten sich Tage darauf die Amerikanischen Wähler/Innen ein Herz und wählten Barack Obama zum Präsidenten. Er übersetzte unsere Erkenntnis in: "Yes, we can" und hat sich so seinen Platz in der Geschichte wohl gesichert. Erstaunlich, wie Basler und Zürcher Fasnächtler die Weltpolitik beeinflussen können!

Doch zurück zu unserem Reisli. Nach der Nacht der Nächte machten wir uns Tags darauf auf den Heimweg. In Sihlbrugg erholten wir uns beim Bowling noch ein wenig vom "Welt retten" und freuten uns über das gelungene Reisli.

 Das Los hat Thömmel , Vinz und Roli J. als Organisatoren der Reise 2009 bestimmt.

 

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